Am Sonntag hatten wir Zeit und der Wind stand günstig aus nordwestlicher Richtung. Also hieß es mit Nick mal wieder die Fahrräder fertig machen, Fahrradschuhe an und in die Pedale klicken.
Was uns dann nach 80 km passierte, kurz hinter Putlitz, das glaub man uns nur, wenn man es erlebt hat.
Kurzfristig entschieden wir uns mit Nick, wie es meistens bei uns ist, dass wir am Pfingstsonntag eine Radtour fahren wollen. Also hieß es, Route mit Komoot.de planen und das Fahrrad fertig machen. Der Wind stand günstig aus nordwestlicher Richtung und von Schwerin aus, hatten wir schön Rückenwind auf der Tour.
Der Wecker klingelte kurz nach 3 Uhr. Das Fahrrad stand fertig ausgerüstet im Flur und hat auf die Abfahrt gewartet. Kurz noch eine Schüssel Müsli gegessen und dann in die Radklamotten gesprungen.
3:45 Uhr ging es los, auf zu Nick. Als ich bei ihm ankam, wartete er schon auf mich und wir konnten direkt, den ersten Teil der Tour starten. Auf zum Berliner-Hauptbahnhof. Wir haben den ersten Zug, von Berlin nach Schwerin gegen 5:10 Uhr genommen. Wie viele Menschen am Sonntag Morgen schon um die Uhrzeit den Zug nehmen, kann man sich gar nicht vorstellen.


Nach circa 2,5 Stunden Zugfahrt, kamen wir in Schwerin am Hauptbahnhof an. Wie jedes mal in einer fremden Stadt, mussten wir uns erst einmal orientieren. Aber mit Hilfe unser Fahrrad-Navi’s, klappte das ohne Probleme und wir konnten unser erstes Highlight des Tages, Schloss Schwerin anfahren.
Die ersten 50 km liefen etwas stockend, aber über sehr schöne, ruhige Straßen und Wege. Nach einem kurzen Stopp an einer Tankstelle, hinter Putlitz, bekamen wir Besuch von einem alten Schweden. Lars ist 75 Jahre alt und kommt aus der nähe von Stockholm. Er war mit dem Fahrrad aus Plau am See gekommen und sein Fahrrad-Navi, zeigte ihm den Weg nicht mehr an. Er fragte uns, wo wir hinfahren würden und als wir nach Berlin sagten, schloss er sich uns an.
Wir hatten so schönen Rückenwind und ohne viel Kraft und Druck vielen die Kilometer in Richtung Berlin.
Nur mit einer Trinkflasche bei 25 – 30 Grad Außentemperatur und einer Arschrakete, hatte Lars sehr zu kämpfen.
Bis zur nächsten Tankstelle, waren es noch einige Kilometer und wir teilten unser Wasser mit ihm. Bei der nächsten Pause erzählte er uns, dass er Schmerzen in seinem einen Knie hat, welches auch stark geschwollen und sehr warm war. Ich bin zwar kein Arzt, aber da ich ähnliches auch schon mal hatte, ging ich davon aus, dass es eine Schleimbeutelentzündung sei.
Ich bot ihm eine Schmerztablette an, aber erst 15 Kilometer später, nahm er diese auch an. Lars begleitete uns 88 km bis nach Herzberg (Mark). Auf dem Weg dort hin, habe ich sein Handy geladen, sodass wir ihm die Route mit Komoot auf sein Handy spielen konnten, das er sein Tagesziel (Brandenburger Tor) erreicht, ohne einen Umweg zu fahren.
Dort trennten sich nun unsere Wege, Nick und ich sprachen noch einige Kilometer weiter über Lars, da wir es gar nicht fassen konnten, dass er nur mit einer Trinkflasche und der Arschrakete von Stockholm (Schweden) bis nach Leipzig fahren wollte.
Unsere Tour ging weiter über die brandenburgischen Landstraßen nach Oranienburg. 200 km haben wir geschafft und nach über 9 Stunden unterwegs, mit der einen oder anderen Pause, machten wir bei einem Dönerladen Rast und stärkten uns für die letzten 40 km.
Mit dem Ziel vor Augen, merkten wir, das der Tag für uns beide schon sehr lang geworden war und nach
242 km trafen wir zu Hause im Osten von Berlin wieder ein.

Für alle die sich Fragen, ob Lars es bis zum Brandenburger Tor nach Berlin geschafft hat? Ja er ist gut angekommen und konnte auch mit seinem Knie die Tour weiter fortsetzen.